Dieser Bericht wird unsere jüngeren Norwegen-Fans interessieren, da Hanna bereits mit 17 den Entschluss fasst ihr zwölftes Schuljahr in Skandinavien zu absolvieren und dadurch schließlich 2006 im Norden Norwegens, nämlich in Tromsø, landet.
Zehn Monate lang dauert ihr Aufenthalt und das Glück ist ihr hold: Sie kann durch persönliche Kontakte schnell eine Gastfamilie ausfindig machen, bei der sie sich von Anfang an pudelwohl fühlt. Zudem liegt das bewohnte Haus der Familie direkt am Fuße eines Fjordes, die See und ein grünbedeckter Gipfel bilden also einen atemberaubenden Fensterblick.
Hanna liebt das Land. Anders als in den südlicheren Gefilden Norwegens empfindet sie die Menschen im hohen Norden als sehr aufgeschlossen und gastfreundlich. Da es selten vorkommt, dass Austauschschüler oder -studenten sich so weit nach oben verirren, freuen sich die Ansässigen über das dadurch gezeigte Interesse an ihrer Kultur und Lebensweise. In der Schule knüpft Hanna schnell und ohne Komplikationen Kontakte, auch mit dem Erlernen der Sprache geht es dank der entsprechenden Kurse gut voran. Das einzige, was sie stört, sind die strengen Altersgrenzen in Clubs und Bars, die sie dazu zwingen ihr Nachtleben sehr viel inaktiver als noch in Deutschland zu gestalten. Zudem ist es ungewohnt für sie fast nur mit Gleichaltrigen gemeinsam Unternehmungen zu starten und sie vermisst es zu Konzerten und anderen Events zu gehen, wie sie das in Deutschland zu tun pflegte. Aber sie gewöhnt sich daran, ebenso wie an die horrenden Preise im Land der Trolle. Und wenn man für eine Flasche Vodka mal schnell 50€ hinblättern soll, dann fällt es einem doch recht einfach von den nächtlichen, meist alkoholbegleiteten Festivitäten, fern zu bleiben.
Rückblickend ist Hanna sehr froh über ihren Entschluss und bereut ihn nicht.'Der Aufenthalt war sehr wichtig. Ich stand das erste Mal auf eigenen Beinen musste in einer völlig neuen Umgebung zurecht kommen und das ohne auch nur ein Wort der Landessprache zu sprechen. Ich habe einige großartige Leute kennengelernt und will später unbedingt wieder zurück nach Norge, wenn auch eher in den Süden.'. Ein wenig zu kalt und dunkel, aber besonders zu abgeschieden vom Rest der Welt, war ihr der Norden also doch.
Denjenigen, die sich ebenfalls entschließen ein Jahr in Tromsø zu verbringen, empfielt Hanna eine gute Vorüberlegung zu diesem Schritt und einen Koffer voller Vanillpuddingpulver und Nutella mitzunehmen, wenn es dann soweit ist.